Sonntag, 4. Dezember 2011

5 Minutes Pixel Post

Kurze Notiz an mich:

Heute morgen das neue Kendrick Lamar & Wiz Khalifa Video entdeckt...


...den Pixel Bleeding Style habe ich zum ersten Mal in meinem Lieblingsvideo "Welcome to Heartbreak" von Kanye West und Kid Cudi gesehen...


...und bei Chairlift...


...hat Takeshi Murata aber scheinbar schon 2005 als künstlerisches Stilmittel benutzt...


...erinnert mich extrem an Bilder von Jean-Michel Basquiat...

...oder Francis Bacon...

...auf jeden Fall kreativ...
...auf jeden Fall zum Kanye West Track passend...
...zu Wiz Khalifa und Kendrick Lamar eher nicht so...

Aber auf jeden Fall der Beweis, dass Musikvideos zu Rap-Tracks einen höheren künstlerischen Anspruch als Autos, $$$ und Weiber haben können!
...und cool zu sehen, wie das Problem des Datenverlusts, also eine Schwäche der Digitalisierung, in ein Stilmittel und somit in eine Stärke umgewandelt wird!


Sonntag, 27. November 2011

Let's talk about ...MIXTAPES!


Mixtapes haben mit deren ursprünglicher Bedeutung wenig bis GARNIX mehr zu tun.
Weder gemixt, noch auf Tape sind sie heute viel mehr ein *.rar Ordner...320kbps MP3s...Playlist im iPhone...2 Wochen später vergessen (meistens).
Eine Rekapitulation:

80er - Mitte 90er: 

Bespielt mit den Lieblingsliedern der lokalen DJ's, die sie nach stundenlangem Crate Digging ans Tageslicht befördern, zerhacken, scratchen, mixen und zu eben jenen MIXTAPES wieder zusammenschustern.
...kenn ich aber auch nur aus Sagen und Legenden von meinem Ur-Ur-Opa, deshalb EGAL!


Mitte 90er - frühe 2000er:

Ein ähnliches Modell versuchten dann Dj Clue, Dj KAYSLAY und Co. KG in bare $$$ zu verwandeln: Mix-CDs, auf denen dann das aktuelle Who-is-Who der Ostküste sich die Klinke in die Hand gab und mittelmäßige 16er hinrotzte, aufgenommen bei irgendwelchen Keller-Freestylesessions. Besagte DJs hatten da wohl "zufällig" Tonbänder dabei und verkauften den Rotz dann als "Exclusive Tracks". Vermengt mit allerlei Freestyles von talentfreien Rappern aus der Nachbarschaft, die nur auf dem Mix landeten, weil sie den DJ kannten, sein Friseur/Gemüsehändler/Straßenapotheker waren und auch mal rappen wollten.


2000-2005:

Interessantes Mixtape Modell auch Anfang der 2000er von den Diplomats, G-Unit usw.. 
Immernoch gemixt, immernoch (teilweise) auf Kassette überschwemmten die Crews um 50Cent und Cam'Ron mit ihren Tapes den lokalen Markt. Ähnliches Konzept wie zuvor: (Größtenteils) unspektakuläre Freestyles auf Instrumentals vom hauseigenen Produzenten, zusammengewürfelt vom hauseigenen DJ. Dieses Mal aber völlig familiär gehalten mit einem einzigen Ziel: SELBSTVERMARKTUNG.
Was in meinen Augen zu einer Übersättigung des Marktes hätte führen müssen, führte wunderlicherweise glücklicherweise zu den erhofften $$$. 50Cent verkaufte seine Seele an Jimmy Iovine und hatte fortan ausgesorgt, Cam'ron brachte seine Schäfchen bei Jay-Z und Dame Dash ins Trockene.


2005-2008:

Nachdem das Internet bereits die Filmbranche und die Musikbranche in Hinsicht auf Singleverkäufe gefressen hatte, kristalisierte sich Mitte der 00er Jahre eine Lösung heraus für die urbane Musikindustrie heraus:
Unterstützt von bekannten Radio-DJs, die weder für's Scratchen, noch für die Produktionen, sondern lediglich für Rewinds, Gashupen und Geschrei verantwortlich waren, legte ein bis dato südstaaten-abgestempelter Rapper namens Lil'Wayne eine Arbeitsmoral vom anderen Planeten an den Tag. Fünf offizielle und ca. drölftausend inoffizielle "Mixtapes" als Gratisdownloads, in denen es nur darum ging, dass sein anstehendes Album "Tha Carter 3" DAS KRASSESTE ALBUM ALLER ZEITEN WERDEN WÜRDE !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!111EINSELF
...das traf dann vielleicht nicht wirklich auf das finale Album zu (obwohl es doch sehr gut ist), aber 1.005.545 verkaufte Einheiten in der ersten Woche sprachen doch eine DEUTLICHE Sprache!

2. Führte das zu übermäßigem Codein- und Tätowiernadelkonsum seitens Michael Dwayne Carter.
3. Führte das zur Geburt des Internetrappers!


2008-2010:

Dem Vermarktungsmodell von Lil'Wayne folgten Viele: 
(*hust* *hust* Wale, Drake, Cudi, siehe oben *hust* *hust*)
Schritt 1: Selbstvermarktung durch Mixtapes 2.0. 
Schritt 2: Verhökert für lau über das Internet, die Straßenecke/Kofferraum 2.0.
Schritt 3: Hörerschaft/Fangemeinde über die bekannten Blogs generieren.
Die "Mixtapes" waren weder gemixt, noch wurden (ausschließlich) bekannte Beats benutzt, und von den grölenden "DJs" emanzipierte man sich auch langsam. Gott, war ich froh als im Juni 2009 das neue B.O.B. Mixtape direkt in der [No DJ] Version veröffentlicht wurde! 
Ich hasse es, wenn DJ Drama meine Musik kaputtschreit!




2010-20XX:

Der Grund, weshalb ich diesen (inzwischen schonwieder 3 Kilometer langen) Blogpost hier schreibe, ist folgender: 
Ein neuer Trend im Musikgeschäft scheint anzubrechen, und wieder scheint das wandlungsfähige "Mixtape" das Vehikel dafür zu sein.
Emanzipation vom Major Label Deal.
Künstler wie B.O.B, Lupe Fiasco oder Ludacris haben ihre Debüt- oder diversen Vertragsalben bereits erfolgreich (sprich gewinnbringend) veröffentlicht. Sie hätten es also finanziell gesehen überhaupt nicht nötig Musik in bester Qualität gratis ins Internet zu stellen. Dennoch erschienen diese Tage von allen 3 Künstlern Gratis-Mixtapes, auf welchen ich dieselbe Gemeinsamkeit entdeckte.
Eine gewisse Antihaltung zu denen Ihnen vertraglich auferlegten Normen.
Hier im Detail:

Ludacris - 1.21 Gigawatts: Back To The First Time:

Der Name des Mixtapes ist eigentlich Programm und man wusste was einen erwartet: Südstaaten Wummerbeats (mit genau genommen 1.210 Watt) und Luda, der wie gestern flowt! ...dabei machte er gestern (sprich 2000 zu "Back for the First Time" bzw. zu "Word of Mouf" Zeiten) seinen Job besser als ALLE Rapper heutzutage (außer Eminem)!! Ich selbst hatte die CD (bzw. Mixtape? bzw. MP3 Playlist?) bis einen Tag vor erscheinen nicht auf dem Schirm und hätte selbst nicht mit so einem Dings von Ludacris gerechnet.
Jemand der zwar immer noch Platin verkauft, aber zu dem Preis dass er seinen eigenen Sound durch haufenweise R'n'B-Features und Sommertrends verwässert. Bei dem somit das untergeht, was immer seinen Stil ausgemacht hat: Das Spielen mit den unvorhersehbaren Flow-Switches/Stimmverstellungen/Betonungen. Und genau DAS liefert "1.21 Gigawatts: Back To The First Time". Damals eben auf Timbaland Gerumpel (bzw.), heutzutage auf 1.210 Watt starkem Bassgewummer. 
Eine Rückbesinnung auf alte Stärken!

...was sagen eigentlich die berühmt-berüchtigten GammaBlitzBoys (WTF?!) dazu, dass ein Quadrupelfach-Platin-Künstler sein Mixtape nach IHREM Punk/Electro/Whatever Album benennt?


Lupe Fiasco - Friend of the People:

Am 24.11.2011 kam mit zweijähriger Verspätung Lupes Mixtape "Friend of the People". Die gesamte Metaphorik des Mixtapes (welches als zweiter Teil von "Enemy of the State" durchaus Sinn macht) passt auch extrem in Lupes künstlerische Situation: 
Lupe verkaufte nach "Enemy of the State" letztendlich doch seinen A*sch und machte bei Atlantic Records Plan mit, ein radiotaugliches, jedoch verwässertes "Lasers" Album zu releasen. 
Lasers war ursprünglich als Konzeptalbum über Revolutionen der Internetgeneration angedacht, was unzählige Leaks/Livetracks oder das Artwork mit dem Anarcho-Punk-A übersprühten "O" des Wortes "Losers" zeigen.
Allerdings kann man schlecht multinationale Konzerne kritisieren und bei eben diesen sein Album herausbringen. Wenn man die Hand beißt, die einen füttert, landet man eben ganz schnell auf dem künstlerischen Abstellgleis! 
...jenem Abstellgleis entkam Lupe indem er den Preis zahlte Radiosingles mit dem Teufel aka Bruno Mars/Skylar Grey zuzustimmen.
Diese Zerrissenheit hörte man dem finalen Album "Lasers" an. (...ironischerweise sein bisher erfolgreichstes Release.)
"Friend of the People" hingegen ist ein Neuanfang. Ein Reboot im eigentlichen Sinne:
Im Intro von "Friend of the People" ist Lupe nun der Terminator, der von den Rebellen, welchen er ursprünglich mit "Lasers" ihren Revoluzzer Soundtrack geben wollte, reprogrammiert wird.
Von "I KILL PEOPLE!" hin zu "I FIGHT EVIL!".
Das Ergebnis ist, das Lupe auf diesem Mixtape macht, wozu er eben schon ewig Bock hatte!
Lasers sollte die Energie von Rock/Metal haben (Beispiel1, Beispiel2, Beispiel3), wurde aber vom Label mit Bruno Mars weichgespült. Nun wettert er 40 Minuten lang gegen die (Musik-)Industrie auf Abriss-Electro von Justice, Sebastian, Skrillex, Nero und anderen Dubstep-Produzenten. Wo das Justice-Albumcover ein schlichtes "Cross" auf schwarzem Untergrund war, hat Lupe auf schwarzem Untergrund in schlichten Stencil-Lettern "Jesus" stehen.


B.O.B. - Every Play is Crucial (E.P.I.C.):

Derjenige, der sich momentan wirklich nicht über mangelnde Aufmerksamkeit in der Musikindustrie ist Bobby Ray aka B.O.B.: Er hat Bruno Mars mit "Nothing on You" und "Airplanes" überhaupt erst im Mainstream etabliert, er hat Anerkennung in Form von Features von Eminem bekommen, er hat 568.000 Einheiten seines Debüts verkauft, was ihm wiederum 5 (!) Grammynominierungen einbrachte, was ihm wiederum eine aktuelle Buzz-Single mit Platinmaschine Lil'Wayne einbrachten, womit er nun wiederum gute Karten hat sein anstehendes zweites Majoralbum zu $$$ zu machen. (...womit er eigentlich neben Kid Cudi und Wale der einzige Künstler des 2008 Freshmen Covers ist, der sich erfolgreich über den Newcomerstatus hinaus entwickelt hat.) Und dennoch jetzt dieses Gratismixtape, welches mit A-Klasse Features (Eminem, T.I., Lil'Wayne, Mos Def!!!) und A-Klasse Produzenten (Dr. Luke, Jim Jonsin) überhaupt nicht nach Gratismixtape aussieht, sondern prima zu Geld hätte gemacht werden können.
Auffällig: Wie schon auf "No Genre" rappt B.O.B. ziemlich hart! ...als ob er irgendwas irgendwem beweisen müsste.
Und es stimmt: Auf seinem Debütalbum "The Adventures of Bobby Ray" war er wirklich viel mehr der Singer/Songwriter "Bobby Ray" als der multiinstrumentale, nach-André3000-klingende, talentierte Rapper B.O.B., wie ihn die Blogs (und ich) kennen- und lieben gelernt haben. Atlantic Records hat ihn, wie von Julie Greenwald angekündigt, vom Rapper zum Popstar gemacht. ...nur mögen Rapfans eher selten Popmusik.
Bobby steht scheinbar immer noch auf extrem käsige Oldies Samples (wird wohl auch der Einfluss von seinem Boss T.I. sein), aber sein Talent zu rappen kann ihm keiner absprechen.
Was er mit diesem Mixtape beeindruckend unter Beweis stellt.



Die Gemeinsamkeit aller 3 Releases ist der Ansatz Musik zu machen, ohne Rücksicht auf vertragliche und massenkompatible Normen. Dabei geht es nicht in erster Linie darum, dass man als Musiker auf diesen Gratis-Releases keine Probleme mit Sample Clearance hat, oder dass man seine künstlerische Freiheit ausleben möchte.
Es geht vielmehr darum, dass die Künstler Musik machen, ohne Rücksicht auf Radios oder Labels, indem sie sich auf ihre Stärken zurückbesinnen und jene Konzepte umsetzen, die sie bei ihren Fans beliebt gemacht haben.
Meine Theorie ist, dass sie mit solchen Releases in direktester Weise den Markt antesten:
Wenn sich genug Leute finden, die solche Rückbesinnungen feiern und den Künstler Feedback in Form von enormen Downloadzahlen geben, dann werden Musiklabels höhere Budgets lockermachen und mehr künstlerische Freiheit bei zukünftigen Projekten akzeptieren.


Et voilà: 
2011 - XXXX: 
Mixtapes als Marktforschungsinstrument!






Donnerstag, 17. November 2011

Straight Outta Compton


Alben leaken nachts.
Man sitzt vor dem Macbook, grast Twitter nach den üblichen Hashtags ab (#OMG #WTF #LEAK) und hat plötzlich jenes Kunstwerk auf dem virtuellen Schreibtisch liegen, welches erst eine Woche später im Briefkasten liegen wird. In einer schläfrigen, dennoch fiebrig aufgekratzten Erwartung zieht man das Ding aufs iPhone...Kopfhörer auf...Augen zu....los!
So auch bei Take Care, dem dritten zweiten Wurf von Drake. Passt mit diesen ruhigen Produktionen von Noah 40 Shebib auch ziemlich gut zu dieser Tageszeit. Ich bin mir fast sicher, das der Typ früher den Soundtrack zu Donkey Kong Country programmiert hat...
Ich schweife ab: Ich möchte nämlich garnicht über das Album an sich (obwohl es da EINIGES zu sagen gibt), sondern über einen "WOAH!" Moment schreiben:
Seit MP3s und iTunes sind Hidden Tracks ja nichtmehr wirklich "Hidden" und so fällt einem eine 8:15 Minuten lange Version von "Marvins Room" sofort ins Auge. Das Überraschungsmoment von Hidden Tracks an sich wird neuerdings wohl durch nicht gelistete Featuregäste wieder hergestellt. Und Cash Money Records hat dem Namen gerecht werdend wohl gerade die Kohle locker sitzen (aktuell mehr denn je): Wo auf Tha Carter 4 kürzlich unangekündigt André3000 auftauchte (war Jay-Z eigentlich auf Kanyes Diamonds Remix als Feature gelistet?), ist auf der "Buried Alive Interlude" plötzlich des Doktors jüngste Entdeckung zu hören:

Buried Alive Interlude by Drake on Grooveshark

Aus dem Halbschlaf gerissen freute ich mich über diese Bestätigung:
Kendrick Lamar wird das nächste große Ding im Musikgeschäft 2012 werden!
Kendrick hatte ja schon auf dem Opener von The Games "RED Album" ohne Vorwarnung in der vierten Strophe (ACAPPELLA!!) alles abgerissen,

The City (Feat. Kendrick Lemar) by The Game on Grooveshark

aber in Buried Alive setzt er nochmal Einen drauf.
Der schmächtige Junge mit Segelohren aus der bösen Stadt im Renegade Modus!
Die unerwarteten/unkonventionellen Flows, die er auf jedem Beat auspackt, und die Section.80 für mich zu einem ernsthaften Anwärter zum Album des Jahres 2011 machen, sind nur die Spitze des Eisbergs.
Seine Texte sind das Ehrlichste, was Rap anno 2011 zu bieten hat.
Um die ewige Realness Debatte im Rap (die übrigens soooooo einen langen Bart hat) abzuhaken:
Was kann realer sein, als ehrliche Emotionen?!

























"I'm not the next pop star.
I'm not the next socially aware rapper. 
I am a human motherf*cking being, over dope ass instrumentation!"
Nagel...Kopf, alles klar?
Und mit einer dermaßen starken Metaphorik wie in der "Buried Alive" Ode an Drake sollte man in einem ruhigen Moment ausführlich auseinandersetzen:

Ruhm und Anerkennung ja, zu jedem Preis! ...mit an Schizophrenie grenzender Abwägung der Pro- und Contra-Argumente!

Nach diesem AHA!-Moment gestern Abend (u.A.) war für mich klar:

Sollte Dr.Dre mit seiner bekannten Qualitätskontrolle den Job des Executive Producers von Kendricks Debütalbum übernehmen, dann wird Mr. Lamar zu dieser Zeit im kommenden Jahr dort sein, wo J.Cole und Drake dieses Jahr schon sind! ...mit allen Pros und Cons.
MARK MY WORDS!

P.S.: Und eine Zusammenarbeit mit dem Doktor ist bei Weitem nicht das Einzige, was er momentan in der Pipeline hat:



...ab Minute 4:38! TOP SECRET!

P.P.S.: Nochmal die jüngsten Features und Videos die auch den letzten Zweifler überzeugen müssten:






Kendrick @ Min0:34


Textbook Stuff (Feat. Kendrick Lamar) [Prod. By Seven] by XV on Grooveshark


Blow My High (Members Only) by Kendrick lamar on Grooveshark






Donnerstag, 3. November 2011

singin synths & bangin drums.

Ich habe glaube ich gerade meine zweitbeste Playlist aller Zeiten zusammengebastelt.
Alles drin:
  • singende Skandinavierinnen
  • deutsche Oldschool Rapper
  • Dinosaurier
  • amerikanische Newschool Rapper
  • afrikanische Masken
  • Gitarren
  • Spannungsbogen
  • Tanzbarkeit
...wenn ich jetzt noch Serato hätte und mixen scratchen könnte wäre es perfekt!
Ansonsten: 

Mittwoch, 2. November 2011

All Hallows’ Evening

Ist in den letzten Jahren zu Halloween nicht immer ziemlich viel passiert?
Ich meine jetzt nicht Kinder ohne Köpfe bei Obama, mit denen mich das ZDF heute morgen so schön geweckt hat...
Sondern Musiktechnisch!
Ich erinnere mich noch an die letzten Jahre, in denen Lupe Fiasco bei seinem alljährlichen Halloweenkonzert im Congress Theatre die eine oder andere Überraschung aus dem Hut zauberte:



Nach dem mittelmäßigen L.A.S.E.R.S. Album wünsche ich mir ja immer noch, dass LupE.N.D. irgendwann erscheint... Nach dem Super Duper Über Album The Cool und diesem ganzen Atlantic Records Rumgehampel war es aber auch irgendwie klar, wie scheiße mittelmäßig Lasers werden würde.
Egal, back to topic: HALLO WIEN!
Auch wenn Lupe dieses Jahr nur ein lauwarmes thematisch passendes Feature parat hatte, haben sich diverse andere Künstler das Datum zum Anlass genommen, mal was Besonderes rauszulassen:

1. Kid Cudi:
Nachdem es im letzten November klar wurde, dass Cudi dank Liquid Cocaine musikalisch auf ganz anderen (düstereren) Sphären schwebt als zu Man-On-The-Moon-1-Zeiten, kündigte sich im Juni 2011 etwas Visuelles zu meinem Lieblingssong von Man On The Moon 2 an:



Man erwartete ein Musikvideo und gerade WEGEN der Trailermusik irgendwas im Stil vom Film "Funny Games".
Pünktlich zu Halloween kam dann kein Musikvideo, sondern ein verstörend belangloser Kurzfilm, der irgendwie thematisch zu Song passt, zwei Serienkiller bei der "Arbeit" (und vor allem Cudis Schauspieltalent) zeigt und eher im Stil von "Mann beißt Hund" ist:




2. Childish Gambino:
Da es scheinbar gerade im Trend liegt Musikvideos zu drehen, in denen es überhaupt nicht um das Lied an sich geht, hat Donald ein halloweenesques Musikvideo zu besagtem Feiertag, bzw. zu seiner neuen Single rausgehauen:


Noch ein Halloween Event:
Mos Def hat es getan, Young Jeezy hat es getan, Kid Cudi wollte es tun.
Also hat sich Mr. Gambino die Güte gegeben, am 31.10. in NYC sein anstehendes Album "Camp" in seiner Gänze zu performen!
Ich finde solche Aktionen zeigen immer das besondere Verhältnis dass ein Künstler zu seinem Album haben sollte:
Das Album als Gesamtkonzept zu sehen.
Jeden Song des Albums einzeln zu würdigen, da in jedem klitzekleinen Detail Herzblut steckt.
...zu Zeiten in denen Viele ein Album nur noch als x-beliebig zusammengeschmissene iTunes-Playlist sehen keine Selbstverständlichkeit.
Von besagtem Event tauchen jedenfalls bereits die ersten Videos auf, welche zeigen, was da noch mit Camp auf uns zukommt:



Ich erwarte von Camp nicht viel weniger als das amerikanische XOXO!
Ohnehin scheint Weihnachten dieses Jahr auf den 11.11.2011. vorverlegt worden zu sein.
To Do Liste für übernächsten Freitag:

- MANX
- AURA
- STROMBERG
- TAKE CARE
- CAMP
- JUICE SPECIAL ISSUE

...ich werde mich zu Tode amüsieren!
Die Top Ten Liste 2011 wird also aller Voraussicht nach nochmal gründlich durchgemischt wie es scheint...

FROHE WEIHNACHTEN! HAPPY HALLOWEEN!



P.S.: Meine Halloweenbeschäftigung dieses Jahr:






















bzw.


Mittwoch, 26. Oktober 2011

The Throne watches me.

Krass, wie präsent auf einmal wieder das Überalbum The Throne ist!
Hatte gestern nichtsahnend beim aufräumen die CD in der Hand, um mir noch einmal dieses großartige Artwork von Ricardo Tisci anzugucken....
Die letzten 36 Stunden:


25.10.2011, 18:00Uhr MEZ, Cover Artwork auf meinem Schreibtisch:



25.10.2011, 23:50Uhr MEZ, Otis im P1:

video


26.10.2011, 10:00Uhr MEZ, Jay und Kanye = Raekwon und Ghostface?!:





26.10.2011, 13:40Uhr MEZ, Otis-Rolltreppe gefunden, während selbiges Lied im iPhone läuft:



26.10.2011, 22:00Uhr MEZ, der Tour-Trailer auf nahright:

 

Zufälle?
I don't watch The Throne!
The Throne watches me!!

Musikschubladen ausbauen!

Nein, ich gucke immer noch nicht Gossip Girl. Dennoch ist auch mir nicht entgangen, was in der letzten Episode "The Fasting and the Furious" (hust...hust...LMGTFY!) am Ende passierte @39:37: Nachdem irgendwer wichtiges mit irgendwem anderen wichtigen telefoniert hat, hat ersterer seinem Vater auf die Mailbox gesprochen und im Hintergrund lief ein Track aus meinem persönlichen Anwärter zum Album des Jahres:


Nun bin ich nicht (wirklich?) einer dieser Musikfaschisten die sich ärgern, wenn IHRE persönliche und ganz eigene Indie-Band nichtmehr nur dem Musiknerd alleine gehört, sondern im Mainstream angekommen ist. Mainstream, sprich Chartkäufe, die vor allem durch 13-jährige Mädchen- oder 70-jährige Renterkäufe definiert werden, Vormittagsradio für Hausfrauen 40+ oder eben US-Serien auf die jede(r) Student(in) (zumindest in meinem Umfeld) jeden Montag Abend wie wild wartet.
Dies brachte mich zum Nachdenken:
Nicht nur über den aktuell bewiesenen richtigen Riecher was Musiktrends anbelangt, sondern über Indie-Einflüsse im Rap.
Jenseits des großen Teichs ist es ja nicht erst seit vorgestern Mode auf jeden NICHT-Rapbeat zu rappen, der nicht bei 3 auf den Bäumen ist. Und da meine ich nicht (zwangsläufig) die ignorante Sample-Verwurstung von X-beliebigem Eurodance oder das 1zu1 Nachgesinge von 80er Müll. Ich meine gute (!!) Musik jenseits geltender Genre-Grenzen zu verarbeiten, von der man schlicht und einfach Fan ist. Einfach mal auf die leeren Stellen im Song rappen, weil man es gut findet!
3 perfekte Beispiele:



ORIGINAL



ORIGINAL



ORIGINAL

Diesseits des großen Teiches ist es spätestens seit dem 8. Juli 2011 erlaubt sich als Musik-Connaisseur zu outen, ohne von der Baggy-und-Bandana-tragenden Hip Hop Polizei erschossen zu werden :



ORIGINAL


Da ich dieses Gossip Girl Dings nun quasi schon vorausgeahnt habe, möchte ich mich einmal mehr als Trendsetter Meinungsbildner versuchen und die Liste von Songs präsentieren, die es in näherer Zukunft entweder in amerikanische Vorabendserien schaffen, bzw. die es sich lohnt zu berappen:

1. SBTRKT - Right Thing to do:


2. Mook and Toof - Farewell to Wendo:


3. Lana del Rey - Video Games (Jamie Woon Refix):


4. Oh Land - Perfection:


5. The Hundreds in the Hands - Tom Tom:


6. Coldplay - Paradise:


7. MNDR - Cut Me Out:

KAM IN JERSEY SHORE VOR! CHECK! 

8. The Chase - I Like U:


9. The Weeknd - Glass Table Girls:

HIGH FOR THIS VON THE WEEKND KAM IN ENTOURAGE VOR! CHECK!! 

10. Ratatat - Neckbrace:


11. Kimbra - Settle Down:


12. ...und ALLES von Totally Enormous Extinct Dinosaurs noch nach Garden anstehen wird:




PS: JA ich weiß, dass Maeckes schon vor 4 Jahren sowas gemacht hat.
PPS: Wenn meine Prognosen zutreffen, bewerbe ich mich als AR bei Universal!

Dienstag, 27. September 2011

The Overachiever


Kann ein Musikalbum ZU perfekt sein?
Was ist Perfektion überhaupt? Perfekte Musik ist in meinen Augen, wenn Beat und Text eine solche Symbiose eingehen, dass sie sich gegenseitig bereichern und der Künstler es so schafft mit wenigen Worten Bilder und Geschichten vor meinem inneren Auge entstehen zu lassen. Perfekte Musik entsteht durch eingefangene (meist negative) Emotionen, die Gänsehaut machen. 
Nach einem eher langweilig bis nichtssagenden ersten Halbjahr 2011 durfte ich so einen Gänsehautmoment nach "XOXO" und "Watch The Throne" nun also bereits zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit erleben: 
Jermaine Lamarr Cole macht Musik auf die meine persönliche Definition von Perfektion zutrifft. Bereits seit über 2 Jahren auf meinem persönlichen Radar, hat er es nach einigen Anläufen und einem letzten Push vom Jiggaman geschafft heute am 27.9.11 sein Album "Cole World: The Sideline Story" herauszubringen. 
19 Tracks stark inklusive 2 Skits, welche das Album lose mit der Thematik über "The Day he got signed" zusammenhalten. 17 Musikstücke, welche in sich geschlossen alles kleine Meisterwerke sind.
Selten eine CD gehört die bei so vielen Anspielpunkten NIE einen Grund zum weiterskippen gibt. 
J.Cole, ein Rapper/Producer dem unter Roc Nation die Türen zu allen Produzenten=Hitgaranten des 30ten Jahrhunderts von Kanye über Neptunes oder Timbaland und Swizz Beatz offenstehen, steuert 13 der 17 Beats zu seinem Debut selbst bei. Was schwer nach Monotonie schreit offenbart sich in einer Abwechslung und Detailverliebtheit sondergleichen. Von erwarteten Pianobeats über Dubstep Anleihen hin zu 3/4-Takten (dem ersten 3/4-Raptrack seit Kanyes Drunk and Hot Girls!), J.Cole kann ALLES! Und zwar RICHTIG!
Es ist dieses Überraschungsmoment, welches ich zuletzt beim frühen Kanye West hatte:
Ein  Rapper, der nicht nur seine Beats selbst bis in die hinterste Ecke ausproduziert, sondern es auch noch schafft Geschichten zu erzählen.
Dabei ist J.Cole viel mehr noch als Kanye West eher der Rapnerd, als der Musikernerd:
Da wäre z.B. der erste Track Dollar and a Dream III, welcher nach einer Hook, einem 16zeiligen ersten Verse mit diesem Standard-Songaufbau von 
Hook, 16er, Hook, 16er, Bridge, Hook, 16er, Hook, Hook, Hook 
bricht, indem nach der ersten Hook ein 40 (!) zeiliger zweiter Verse folgt. 
Wie Jermaine selbst, hätte ich als Rapfan mir Jay-Z auf God's Gift gut vorstellen können. Mit Einsatz direkt im ersten Verse nach dieser Blueprint-Zeile. Es wäre ein ähnlicher Wow!-Moment gewesen, wie Jay-Zs Einsatz in Kanyes "Diamonds" Remix...

Außerdem sind da noch die ganzen Zitate aus anderen Rap- ODER RnB-Songs:
Diese Detailverliebtheit zieht sich durch alle Songs, was wohl auch scheinbar der einzige rote Faden im Album ist. Bei "XOXO" hatte man das Überthema des Abschied Nehmens, bei "Watch the Throne" den Jetset Vibe. Bei Cole World hat man 17 zusammenhangslose potentielle Hit-Singles (von denen es 4 sogar sind und weitere 3 wohl als solche angedacht sind).
Es wäre genügend Stoff für 2 Alben vorhanden mit mehreren Interludes, die die Einzeltracks zu einer zusammenhängenden Geschichte machen.
Dabei sind die meisten Songs alt und bekannt:
Man merkt der CD einfach an, dass J.Cole alle Songs die ihm jemals wichtig waren auf dieses Debüt rauf mussten. Ein Wunder eigentlich, dass weder "Song for the Ville", noch die beiden Kendrick Lamar Collabos "Temptation" und "Shock the World" auf der CD zu finden sind.
Ein Album ist aber mehr, als eine überladene austauschbare iTunes-Playliste von Hits, die in ihrer Reihenfolge völlig egal ist.
Trotz dieses fehlenden roten Fadens bin ich mehr als zufrieden mit der CD. Ich denke, dass ein rappender Producer (in diesem Fall wohl eher produzierender Rapper) eben am besten das umsetzen kann, was er im Kopf hat. Das war bei "The College Dropout" so, bei "Under Construction Part 2" und bei "2001". Und das ist bei "Cole World: The Sideline Story" nicht anders.
Quantität und Qualität überzeugen gleichermaßen, aber Weniger wäre in diesem Fall Mehr gewesen.
Der viel beschworene Klassiker wirkt in diesem Fall dann doch etwas sehr gewollt...



Samstag, 3. September 2011

Music to Driveby study...

...hard as fuck!
So wie der 08/15 Rapfan eben seinen ganz persönlichen Soundtrack zum alltäglichen Driveby, sprich täglichem Zeitvertreib in der Warteschlange im Supermarkt oder auch beim Bügeln hat, hat der Wirtschaftsstudent entsprechend seiner Sozialisation eben die passende Musik, zur Untermalung seiner Lieblingsbeschäftigung an seinem (ehemaligen) "Lieblingsort":



Klar, dass da jetzt nicht der extremste gewaltverherrlichendste afroamerikanischste Sprechgesang durch die
Sennheiser CX 300 II
Urbanears Plattan
Sony MDREX38IPW
Urbanears Bagis
Beats by Dre Solo HD
dröhnt, aber absolute Totenstille halte ich nichtmehr aus!



















iTunes Radio ging und geht sowieso immer (Solo Piano on SKY.fm, Whisperings: Solo Piano Radio), aber es gibt da diese ganz bestimmten CDs, die jedes Semester die Hardcore-24/7-Espressostattschlaf-Bibliothekssessions begleiteten:

Wintersemester 2008/2009:
Drake - So Far Gone Mixtape:
Es passte einfach vom gesamten verträumt/entspannten Vibe zum Sonnenuntergang um 4 Uhr nachmittags an einem arschkalten Februarnachmittag mit Blick auf die Theatinerkirche in der teppichgedämmten Stabi...
Fehlten eigentlich nur noch Ohrensessel, Hausschuhe und Kamin!
Nachdem Kanye die Blaupause für weinerlichen Herzschmerz-Rap im Winter zuvor lieferte und somit die Tür öffnete für all die Gefühle-zeigenden Sing-Sang-Flow Rapper, war es ja auch der Durchbruch für Degrassi-Drake. Inklusive 2 (berechtigter) Grammynominierungen für das von Kanye Regie geführte "Best I Ever Had". Irgendwann kannte ich das Ding auswendig. Es frisst sich halt doch mehr in den
Kopf, als irgendwelche Statistikaufgaben. Durch diese CD bin ich überhaupt auf großartige Künstler wie Lykke Li, Santogold und Peter, Bjorn and John gekommen!

Und das Gonzales Stück im Outro beim Champagner köpfen hat auch bleibenden Eindruck hinterlassen...
Definitive Anspielpunkte sind außerdem neben "Best I Ever Had" und "Successful"  "Houstalantavegas", "Uptown", "November 18th", "The Calm" und der ganze Rest:


Fun Fact zum Tape... Wirtschaftswissenschaftler-Sound eben! ;-)


Sommersemester 2009:
J.Cole - The Warm Up:
Irgendwie war die CD seltsam ähnlich zu "So Far Gone":
- ähnliches Konzept
- von A bis Z ohne skippen ähnlich perfekt durchhörbar
- ähnlich extrem textlastig und dabei nie anstrengend
- ähnliches Timbre und Gefühl für Melodien
-ähnliche Prophezeiung meinerseits, als DER Durchbruch für den Künstler (Label-technisch mag das stimmen, Release-technisch wird das erst über Umwege (1, 2, 34, 5) am 27.9.2011 passieren)
- ähnlich warme Pianobeats und trotzdem dieser faszinierend kalte Vibe (whrsch. der Depression in den Songthemen geschuldet)

...eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die
beiden gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Also in allen musikalischen Aspekten eigentlich ziemlich unpassend zur warmen Jahreszeit.



Aber man saß eben wieder in der Stabi, in der ja eh immer eine gefühlte emotionale Kälte von ca.    
-10°C herrscht. Außerdem wusste man ja eh nicht so GANZ genau, was man da eigentlich tat... ;-) (Was sich inzwischen aber MEHR als geändert hat!!!!!!EINSELF)
Zur CD: Ganz großes Storytelling! À la NAS anno 1994 mit besseren Beats! Jedes Lied perfekt und ganz besonders "Can I Live", "World is empty" und "Losing my Balance":


Wintersemester 2009/2010:
Theophilus London - This Charming Mixtape:
In dem Semester war eh ALLES anders:
- andere Uni (mit Wasser UND dem besten Kaffee der Welt in der Bib!!)
- anderes Land (+anders (un)organisiert)
- andere Leute
...also andere Musik anderer Musiker:
Eine Bohnenstange in Skinny-Jeans, die aus Biggies Heimatgegend stammt, mit Mark Ronson auf Fashion Shows in Paris chillt, auf dem Cover Elvis Costello zitiert und die CD dann mit einem The Smiths Song betitelt? Ja Mann!
Gestolpert bin ich über ihn in einem Complex Magazine Artikel, in dem sich sonst noch weitere damals "underrated new rappers" befanden. ("The Thrill" lief ab diesem Zeitpunkt bis heute auch rauf und runter.)

Dieses Rappen auf freien Stellen in Nicht-Raptracks ohne Rücksicht auf jegliche Genregrenzen sagte mir eh immer mehr zu, nachdem Maeckes dieses "Gesetz" bereits 2007 brach. Und "anyone who's open to Kanye and Kid Cudi's more experimental work will feel right at home" war definitiv ein Kaufargument.
Die CD passte vom gechillten Vibe perfekt in diese In-Badehose-mit-sandigen-Füßen-in-der-Vorlesung-sitzen-Atmosphäre, was ich bereits an anderer Stelle erläuterte.
Anspieltipps: "Grey x Sage", "Computer Love", "Always Love You" und Track 5-18! Hatte es dann noch erweitert um den Jamie XX Remix von "Pull My Heart Away". A propos The XX: Auf der Nicht-Lernen/Nicht-Rap Playliste aus Barcelona standen nach diversen Testdurchläufen auf Partytauglichkeit in alten Theatern mit verrückten DJs La Roux und The XX xoxo...




Sommersemester 2010:
The XX - The XX:
Zurück in Deutschland, zurück in der Kälte...auch wenn ich quasi einen Winter übersprungen hatte...mit der Stabi (aka Lerngefängis aka Catwalk für BWL-/Jura-/Medizin-/Studiumwasgeldbringt-Erstsemester(innen)) konnte ich mich direkt nichtmehr anfreunden, also mussten Alternativen her: Off-Locations (Cafés, Dächer, etc...) und dazu eben die passende Off-Location Musik:

The XX, ähnlich wie das Theophilus Mixtape erst Monate nach Erscheinen entdeckt und quasi aus Barcelona mitgebracht, war es wieder die perfekte Lernmusik: Der ganze Sound des Albums ist mysteriös/verschlafen/schwebend und trotzdem dank Jamie XX immer druckvoll nach vorne gehend. Es hört sich an, als ob Romy und Oliver das Ding
heimlich nachts in ihrer Garage aufgenommen hätten. Halb flüsternd, um die Nachbarn nicht zu wecken. Und dann hat Jamie vor dem mastern nochmal seinen Dubstep Wahnsinn drüberlaufen lassen... Überhaupt dieses Monster namens Dubstep: Diese wobbelnden Baselines...diese entrückten Drums...Ain't no party like a dubstep party! Außerdem bin ich diesem Genre (und speziell The XX) unglaublich dankbar R'n'B aus der Massageöl- und Muskelpräparate-Schmuddelecke (© JUICE.DE piranha media GmbH) wieder in die akzeptable Mitte der Gesellschaft geholt zu haben, aber dazu später mehr!
Also unbedingt "Crystalised", "Basic Space" und "Islands" hören und das Fremdscham- extrem unterhaltsame Video gucken (2/3 XX in einem Kindergarten (?) verwirrt von der Kamera):



Wintersemester 2010/2011:
James Blake - James Blake:
Wieder eingelebt in Alemania, in der neuen Lernfabrik/Legebatterie in der hässlichsten Uni seit Bochum mit dem geilsten Dach seit dem Rockefeller Center. Und mit James Blake! Ich weiß garnicht mehr, wie ich über diese seltsame Geräuschkulisse Musik gestolpert bin.
Irgendwie über The XX bzw. Jamie XX.
Irgendwie über Hypetrak und den Post-Dubstep Tumblr.
So in etwa...
Im ersten Durchlauf ziemlich unzugänglicher Sound, aber bei mehrmaligem Hören absolut hypnotisch. Man hört halt, wie der Typ echt 10 Sekunden die Platte festhält, um dann mit Bon-Iveresquem Gesang im kompletten Gegensatz zu dieser wabernden Baseline einzusetzen. Man fühlt sich halt genauso wie dieser Teebeutel, der in 


jenem Moment ins Glas fällt! ...ich versuche nur die Green Bison Songbeschreibungen nachzuahmen. ;-) "Like eating carnival flavoured firecrackers."
James Blake ist extrem verstörend wunderschön...my brother and my sister don't speak to me, but I don't blame them...why don't you call me...there's a limit to your love...I'm falling falling falling...




Sommersemester 2011:
Jay-Z and Kanye West - Watch the Throne:
Irgendwie war die Luft raus...

Ja, ich zitiere mich selbst!
Zu Watch the Throne habe ich an anderer Stelle bereits alles geschrieben. Es gab noch nie eine CD auf die ich so sehr wartete und bis auf verrückten BWL-"Quatsch" und lustigen Hüten ist in der Bibliothek auch nicht viel passiert...
Die CD an sich ist eher untypisch für Lernmukke, allerdings fiel sie eben (unglücklicherweise?) genau in diesen Zeitraum.
Die Musik selbst ist nach wie vor großartig, "Murder to Excellence Black Excellence" ist ein Song für die Ewigkeit und "Ni**as in Paris" ist genauso, wie von den Kollegen beschrieben. Und es ist lange her, dass ich 2 Multimillionäre gesehen hab, die merklich soviel Spaß haben:



Warum ich diesen Post schrieb:
Ein Wort: SBTRKT

Es wäre die PERFEKTE Lernmusik...wenn es etwas zum lernen gäbe!
Gestern das Album erstanden und voreilig aufgrund eines Liedes abgestempelt:

Sbtrkt sind The XX mit Ratatat Drums...less than a minute ago via qTweeter Favorite Retweet Reply
Dabei ist es viel mehr als das:
- im Juni bei Post Dubstep entdeckt
- im Mai von Drake geadelt (ich frage mich bis heute, wie mir das entgehen konnte)
- auf der Bühne wirklich diese afrikanischen Masken tragend
- live auch wirklich die Drums live spielend


Wie dem auch sei, die nächste Nacht in der Bibliothek kommt bestimmt...
...dann mit SBTRKT...oder Drakes drittem Wurf nach So Far Gone...






PS (3.9.2011 00:34Uhr MEZ):
2 Random Thoughts am Rande, da ich gerade von einer nächtlichen musikerfüllten Radtour komme:

1.  Donalds EP war AMA- wait for it -ZING! Wo bleibt die LP? Ich will ja nicht zuuuu deutsch klingen, aber HIER (Minute 4:21) hat er gesagt September! Also Herr Glover? Zumindest ein weiteres Mixtape muss doch drin sein, was sich ja hier schon ankündigt:


und hier:

...auch wenn gelbe Badeshorts und Rap einfach nicht zusammenpassen.
Ich bin mir sicher, dass der baggytragende Club der Boom-Bap-Faschisten e.V. (est. since 1995) größere Unterwäsche trägt, als das gelbe Ding mit dem Donald hier auf der Bühne rumhüpft...und dennoch alles abreißt!

2. Lil'Waynes Tha Carter IV scheint trotz des grausamen Covers (Peak Preview für Tha Carter Pfümpf!) und Schnellschuss-Charakter ein überdurchschnittlich gutes Album zu sein! Ich meine....auf dem Ding RAPPT André3000!!!! Ohne als Feature überhaupt gelistet zu sein!!!!!
...an der Tracklist lässt sich im iTunes Zeitalter, in dem Alben immer mehr von Gesamtwerken zu Ansammlungen von Einzeltracks degradiert werden, nach persönlichem Gusto noch wie folgt herumschrauben:
Mixtapetracks "Gucci Gucci (Freestyle)", "Marvin's Room (Freestyle)", "Sure Thing (Freestyle)", "Hands Up (Freestyle)" und "Sorry 4 The Wait" drauf!
"How to Hate" (T-Wayne Überbleibsel?!) und "How to Love" (Luv Sawngz Überbleibsel?!) ggf. runter! (Muss ich noch mehrmals durchhören/-testen.)
Die Mixtapetracks sind alle hier zu finden: